Mit der Einführung des neuen Regulierungsrahmens RAMEN stellt die Bundesnetzagentur die Weichen für eine grundlegend neue Ausrichtung der Anreizregulierung. Die Änderungen greifen nicht nur tief in die Kostenstrukturen der Netzbetreiber ein, sondern verändern auch die strategischen Anforderungen für Investitionen, Effizienzmanagement und Qualitätssicherung.
Ein zentrales Element ist die Verkürzung des Abbaupfads ineffizienter Kosten auf nur noch drei Jahre. Damit gewinnen Maßnahmen zur Effizienzsteigerung deutlich an Dringlichkeit. Gleichzeitig entfällt der bisherige „Best-of-Four“-Ansatz, was den Wettbewerb innerhalb der Branche verschärft. Netzbetreiber müssen ihre Ausgangsjahre künftig präziser steuern, um Kürzungen zu vermeiden.
Ebenfalls weitreichend ist die Entkopplung von Eigen- und Fremdkapitalzinsen durch die Einführung eines WACC-Ansatzes. Während die Eigenkapitalkosten nun für eine gesamte Regulierungsperiode festgeschrieben werden, unterliegen die Fremdkapitalkosten einer stärkeren Dynamik und orientieren sich an aktuellen Kapitalmarktdaten. Dies schafft Transparenz, erhöht aber gleichzeitig den Druck auf eine optimierte Finanzierungsstruktur – insbesondere in Zeiten gestiegener Zinsen.
Mit dem Übergang zur Realkapitalerhaltung und der Abschaffung der Nettosubstanzerhaltung verschiebt sich die regulatorische Bewertung von Vermögenswerten. Abschreibungsdauern, Investitionszyklen und Restwertrisiken gewinnen massiv an Bedeutung. Netzbetreiber sind gefordert, ihre langfristigen Investitionsstrategien und den Umgang mit Transformationsrisiken bis 2045 neu zu denken.
Parallel dazu stärkt die BNetzA die Qualitätsregulierung, die künftig stärker auf Energiewendekompetenz ausgerichtet ist. Leistungskennzahlen zur Netzzuverlässigkeit, Netzleistungsfähigkeit und Servicequalität sollen transparenter bewertet und regulatorisch stärker verankert werden.
Unser Vortrag auf der E-world beleuchtet diese Entwicklungen kompakt, strukturiert und praxisnah. Wir zeigen auf, welche strategischen Entscheidungen jetzt erforderlich sind, welche Risiken bestehen – und wie eine integrierte Betrachtung von Regulierung, Finanzstrategie und Netzplanung gelingen kann. Ziel ist es, den Netzbetreibern Orientierung in einer Phase struktureller Unsicherheit zu geben und konkrete Handlungspfade aufzuzeigen.
NEST/RAMEN – Neue Netzregulierung: Quo Vadis?
11.02.2026, 11:30 Uhr
E-world, Halle 3, Stand 3C120
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Michael Seidel
Partner
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