Was waren Eure großen Herausforderungen und Erfolge im Bereich Nachhaltigkeit im Jahr 2025?
2025 war für uns das Jahr der Treibhausgas-Steuerung. Wir haben die Steuerung der THG-Ziele aus der Management-Struktur von EMAS in die zentrale Planungs- und Steuerungslogik des Konzerns überführt. Damit können wir nun sicherstellen, dass die investiven Maßnahmen zur THG-Zielerreichung in der Wirtschaftsplanung berücksichtigt sind und hier keine unerwarteten Zielkonflikte entstehen. Spannend war der Prozess für uns auch deshalb, weil wir vom Nachhaltigkeitsmanagement, die traditionell eher mit den technischen Bereichen zusammenarbeiten, die Welt des Controllings kennenlernen durften... und sie uns. Eine Art Völkerverständigung also, die aber auch gezeigt hat, dass THG-Ziele nicht notwendiger Weise im Widerspruch zu ökonomischen Zielen stehen. In Summe ein sehr spannender Prozess.
Welche weiteren Themen standen 2025 neben der THG-Steuerung auf der Agenda?
Ein weiteres Ziel, das wir 2025 verfolgt haben, war die Digitalisierung unserer Nachhaltigkeitsdaten. Wir sind gerade in den letzten Zügen mit unserer Sustainability Cloud live zu gehen, die ermöglichen soll, dass alle Nachhaltigkeitsindikatoren und Daten jedem relevanten Stakeholder im Konzern zur Verfügung stehen sollen. Dies ermöglicht es uns, das Thema Steuerung, aber auch Reporting, auf eine völlig neue Ebene zu heben.
Schauen wir auf das neue Jahr: Was habt Ihr Euch im Nachhaltigkeitsbereich für 2026 vorgenommen?
2026 wollen wir erstmals einen integrierten Geschäftsbericht erstellen, der bezüglich der Nachhaltigkeit mindestens den Standards des VSME entspricht. Wir haben bereits seit vielen Jahren einen Nachhaltigkeitsbericht nach EMAS und DNK erstellt, die Berichtserstellung erfolgte jedoch meist erst zur Mitte des Jahres. Die größte Herausforderung für uns ist es dabei, den zeitlichen Anforderungen des Geschäftsberichts zu genügen, was aber auch genau so gewollt ist. Schließlich wollen wir im Jahr 2028 bereit sein und ohne unnötigen Stress vor den Wirtschaftsprüfer treten können.
Welchen Nutzen könnt Ihr dann aus Eurem Nachhaltigkeitsbericht ziehen?
2026 ist für mich auch das Jahr des Benchmarkings. Durch die CSRD und den VSME haben wir endlich eine Reihe standardisierter Nachhaltigkeitsberichte anderer Firmen vorliegen, die es uns ermöglichen, unseren Entwicklungsstand an dem anderer zu messen. Bislang haben wir uns meist nur in unserer eigenen Entwicklung beobachten dürfen. Jetzt haben wir auch mal Messlatten von außen, an denen wir sehen können, ob das, was wir tun, bereits gut ist, und wo wir vielleicht im Vergleich noch besser werden könnten.
Was stimmt Dich optimistisch, dass wir die nachhaltige Transformation der Energiewirtschaft gemeistert bekommen?
Die nachhaltige Transformation der Energiewirtschaft ist aus unserer Sicht alternativlos. Die Frage ist eher, wie schnell wir uns transformieren können und dürfen. Aktuell kann man ja den Eindruck gewinnen, dass die Energiewende als solche wieder hinterfragt wird. Aber wenn man mal genauer hinsieht, dann ist der Großteil des Weges längst klar und wird von unserer Branche ja auch nicht wirklich in Frage gestellt. Ich persönlich bleibe da tatsächlich relativ entspannt. Meine Erfahrung der vergangenen 20 Jahre hat gezeigt, dass die Transformation im Stromsektor immer schneller ging, als wir uns das alle vorstellen konnten. Insofern vertraue ich darauf, dass wir auch in den anderen Sektoren eine ungeahnte Dynamik sehen werden. Die technologische Entwicklung ist auf jeden Fall voll da. Jetzt müssen die Menschen nur noch hinterherkommen. Es bleibt auf jeden Fall spannend und ich freue mich auf den Weg der vor uns liegt.