Messstellenbetrieb bildet heute die technische Basis für die Digitalisierung der Energiewende: Intelligente Messsysteme, Steuerung nach § 14a EnWG, Mehrsparten- und Submetering sowie perspektivisch dynamische Tarife verändern die Menge, Komplexität und Erwartungshaltung im Bereich MSB. Gleichzeitig steht die Wirtschaftlichkeit unter Druck: Preisobergrenzen, neue Standard- und Zusatzleistungen, hohe Vorlaufinvestitionen und ein stark schwankender Rolloutverlauf machen klassische Jahresplanung und „Pi-mal-Daumen“-Kalkulationen unzuverlässig.
Genau hier setzt der BET-MSB-Business-Case an. Er übersetzt regulatorische Pflichten und lokale Mengengerüste in eine robuste, kaufmännisch belastbare Planung und schafft damit Entscheidungsfähigkeit für Geschäftsführung, Controlling und Rollout-Organisation.
Was erarbeiten wir konkret in einem MSB-Business-Case?
- Einbaufall- und Mengengerüstprognose bis 2035: Ausgehend vom Ist-Zählerbestand und der Gebäudestruktur wird die Entwicklung verpflichtender und optionaler iMSys-Einbaufälle (inkl. Energiewendeanlagen wie PV, Wärmepumpen, Ladeeinrichtungen) abgeleitet.
- Rollout- und Ressourcenplanung: Mehrere realistische Rolloutszenarien (z. B. reiner Pflichtrollout, optimierter Rollout, Vollrollout) werden monatlich bzw. jahresscharf auf Montage-, Entstörungs- und Ersatzbedarfe heruntergebrochen.
- Kosten- und Erlösmodell: Das Modell verarbeitet rund 115 Kostenpositionen (CAPEX/OPEX, IT, Dienstleister, Personal/VZÄ, Logistik etc.) und stellt diese den regulierten Erlösen sowie Erlösen aus Zusatzleistungen gegenüber.
- Kaufmännische Bewertung und integrierte Planung: Für jedes Szenario werden Cashflow, Kapitalwert, Investitions- und Liquiditätsbedarf sowie Auswirkungen auf GuV und Bilanz abgeleitet. Damit dienen sie als Grundlage für eine integrierte Unternehmensplanung.
Der Nutzen für den MSB – warum sich die Analyse „sofort“ rechnet:
- Robuste Langfrist- und Mittelfristplanung: Anstelle einer starren Jahresbudgetierung entsteht eine rolloutfähige Planung, die unterjährig steuerbar ist (Mengen, Ressourcen, Kosten, Erlöse).
- Transparenz in der Sparte MSB: Kosten und Erlöse werden entflechtet, Treiber sichtbar gemacht und Verantwortlichkeiten sauber verankert; auch gegenüber internen Schnittstellen wie Netz, IT, Einkauf und Shared Services.
- Finanzierungs- und Liquiditätsplanung: Investitionsspitzen (Hardware, IT, Dienstleister) und Betriebskostenhochläufe werden früh sichtbar, sodass sich daraus eine belastbare Finanzierungsstrategie (Eigen-/Fremdkapital, Timing, Covenants) ableiten lässt.
- Kostenoptimierung mit Hebeln: Make-or-Buy-Optionen, Verhandlung von Dienstleistungspreisen (z. B. GWA/CLS), Standardisierung von Prozessen, Optimierung von Touren/Installationen sowie Entscheidungen zur IT-Architektur können gezielt durchgerechnet werden.
- Benchmarking gegen den Markt: Die eigenen spezifischen Kosten werden mit Benchmarks aus mehr als 45 gMSB und wMSB gespiegelt, inklusive der Einordnung, ob die Abweichungen strukturell (Mengengerüst, Fläche) oder operativ (Prozess-/Partner-Setup) begründet sind.
Fazit: Ein MSB-Business-Case ist kein „Excel-Projekt“, sondern ein Steuerungsinstrument. Er liefert die kaufmännische Grundlage, um Rollout-Entscheidungen, Kostenhebel und Finanzierungsfragen faktenbasiert zu priorisieren und die Rolle des Messstellenbetriebs als technischer Dienstleister der Energiewende wirtschaftlich tragfähig zu gestalten.
Interesse?
Wir zeigen Ihnen gern in einem kurzen Austausch, welche Daten Sie bereits haben, welche Benchmarks sinnvoll sind und wie schnell ein belastbares Szenario-Set für Ihre Geschäftsführung vorliegt.
Leon Bücher
Leiter Kompetenzteam Smart Metering
leon.buecher@bet-consulting.de
