Mit der positiven Resonanz auf unseren letzten Beitrag zum MSB-Business-Case haben wir viele Rückmeldungen erhalten und vor allem zwei wiederkehrende Fragen identifiziert:
- Lohnt sich ein iMSys-Full-Rollout über die gesetzlichen Pflichteinbaufälle hinaus?
- Wie lässt sich die WAN-Anbindung der Smart-Meter-Gateways (SMGW) wirtschaftlich und robust über heterogene Einbausituationen skalieren? Und: Lohnt sich Breitband-Powerline (BPL)?
Beide Fragen hängen enger zusammen, als es auf den ersten Blick scheint. Ein Full-Rollout erweitert den Kreis der auszustattenden Kunden deutlich (z. B. Haushalte ≤ 6.000 kWh sowie kleinere Erzeugungsanlagen) und macht damit Nutzungspotenziale des iMSys für Netz, Vertrieb und MSB erst in der Breite realisierbar. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Telekommunikationsanbindung: Mobilfunk und IP-Infrastruktur sind nicht überall zuverlässig verfügbar oder wirtschaftlich. Gerade in verdichteten Gebieten mit vielen Zählpunkten pro Trafostation kann BPL eine attraktive Ergänzung sein.
Warum der größte Mehrwert entsteht, wenn diese vier Themen gemeinsam geplant werden:
Wer Full-Rollout und BPL getrennt betrachtet, optimiert häufig nur lokal und verpasst Skaleneffekte. In unseren Projekten zeigt sich: BPL rechnet sich besonders dann, wenn die Technologie gezielt dort eingesetzt wird, wo viele iMSys in kurzer Zeit angebunden werden – etwa in verdichteten Quartieren und städtischem Gebiet.
Mit steigender Rolloutmenge sinken die zu refinanzierenden Kosten je iMSys deutlich. Gleichzeitig entstehen Zeitgewinne, da die Erschließung schwieriger Einbausituationen planbarer wird.
Wichtig ist aber auch: BPL ist selten eine „One size fits all“-Lösung für das gesamte Netzgebiet. Der wirtschaftliche Sweet Spot liegt meist in klar abgegrenzten Clustern, kombiniert mit einer sauberen Rückfalloption (z. B. Mobilfunk / LTE 450 / Nutzung Kundenrouter), abgestimmt auf die lokale Netzstruktur.
Was BET liefert und warum das nicht bei Folien endet
Unsere Kunden wollen keine einmalige Studie, sondern ein Steuerungsinstrument. Deshalb koppeln wir die strategische Bewertung konsequent an ein eigenständig bedienbares Planungs-Tool:
- Rolloutplanung (monatsscharf):
Szenarienfähige Einbau- und Ressourcenplanung inkl. Dienstleister-/Eigenleistung, Austausch- und Störungsquoten sowie Materiallogistik.
- MSB Business Case & Optimierung:
Vollständige Kosten- und Erlöstransparenz, integrierte Sicht auf GuV, Bilanz und Cashflow sowie Finanzierungssicht. Ergänzt um Optimierungshebel – inkl. Benchmarking gegen unsere Datenbasis aus > 45 gMSB/wMSB.
- Full-Potential-Planning & Bewertung Full-Rollout:
Strukturierte Identifikation und Priorisierung von iMSys-Use-Cases (Pflicht vs. Full), qualitative und – wo möglich – quantitative Nutzenbewertung sowie Ableitung eines umsetzbaren Zielbilds.
- WAN- und BPL-Strategie-Analyse:
Kriterienkatalog, technisches und regulatorisches Profil, CAPEX-/OPEX-Bandbreiten je Szenario, Scoring/Entscheidungsmatrix, Vorzugsvariante plus Rückfalloption und ein pragmatischer Umsetzungspfad (Pilot → Skalierung).

2026: Übergang von Pflichtprogramm zur Skalierung
Das Jahr 2026 ist das Jahr, in dem viele MSB vom „Pflichtprogramm“ in die Optimierungs- und Skalierungsphase wechseln. Gleichzeitig erreichen uns aktuell besonders viele Anfragen zur Full-Rollout-Entscheidung und zur Einführung von BPL, oft getrieben durch Zeitdruck im Rollout, steigende Kosten in der WAN-Anbindung und den Wunsch, iMSys-Potenziale endlich in der Fläche zu heben.
Unser Ansatz
Wir denken die Themen nicht nacheinander, sondern als integriertes Programm: strategisch, technisch und kaufmännisch. Das Ergebnis ist eine belastbare Entscheidungsgrundlage für die Geschäftsführung (inkl. Risiken und Handlungsoptionen) und ein Tool, mit dem Sie Ihre Szenarien dauerhaft selbst weiterentwickeln können, auch wenn sich Rahmenbedingungen, Technikoptionen oder Rolloutziele ändern.
Interesse? In einem kurzen Erstgespräch klären wir, welche Cluster und Rolloutszenarien für Sie relevant sind und wie schnell sich daraus eine Full-Rollout- und BPL-Entscheidung mit messbarem Business-Case ableiten lässt.
Leon Bücher
Leiter Kompetenzteam Smart Metering
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