Titelbild Whitepaper Energiewendehelfer

Digitalisierung HEMS wird zu dem strategischen Baustein im Produktportfolio von Energieversorgern

Neue regulatorische Anforderungen, dynamische Tarife und die zunehmende Elektrifizierung von Haushalten verändern den Business Case von Energielösungen grundlegend. Für Sie als Energieversorger bedeutet das: Produkte, Prozesse und die digitale Kundenschnittstelle müssen künftig zusammengedacht werden. Dadurch wird die strategische Auseinandersetzung mit einem Home Energy Management System (HEMS) bereits heute zu einer der wichtigsten Weichenstellungen für die zukünftige Ausrichtung des Produktportfolios. 

Die Energiewelt bleibt im Wandel – was sich aktuell verändert

Die Energiewelt im Haushaltskundensegment verändert sich rasant: Dezentralität (PV, Speicher, Wallbox), volatile Preise und neue regulatorische Vorgaben treffen auf steigende Erwartungen an Komfort, Transparenz und Kostenoptimierung.  

Für Stadtwerke entsteht damit ein Spannungsdreieck aus Kunden-, Regulatorik- und Wettbewerbsdruck, und genau innerhalb dieser Spannungen entscheidet sich künftig, wer die Kundenschnittstelle beherrscht und langfristig besetzt.

Während der wirtschaftliche Nutzen einer PV-Anlage bislang vor allem auf einem hohen Eigenverbrauch und der Einspeisevergütung beruhte, gewinnen künftig die intelligente Steuerung und die Vernetzung der Energieflüsse im Haushalt an Bedeutung. Ein Home Energy Management System (HEMS) übernimmt dabei eine zentrale Rolle. Es verbindet Erzeugungsanlagen, Speicher und steuerbare Verbrauchseinrichtungen miteinander und optimiert deren Einsatz. 

Zu den wesentlichen Funktionen gehören:

  • selbst erzeugten Solarstrom intelligent im Gebäude nutzen,
  • Batteriespeicher bedarfsgerecht laden und entladen,
  • Wärmepumpen möglichst dann betreiben, wenn viel eigener Solarstrom verfügbar oder der Strompreis niedrig ist,
  • thermische Speicher wie Warmwasserspeicher oder die Gebäudemasse gezielt als Energiespeicher nutzen,
  • Wallboxen und Elektrofahrzeuge kosten- und netzdienlich laden,
  • weitere steuerbare Verbrauchseinrichtungen zeitlich flexibel einsetzen,
  • auf dynamische Stromtarife und Preissignale reagieren,
  • Lastspitzen vermeiden und die verfügbare Netzanschlussleistung optimal nutzen,
  • netzseitige Steuerungsvorgaben berücksichtigen sowie
  • die Einspeisung von überschüssigem Solarstrom wirtschaftlich optimieren.

     

Damit verändert sich auch die Erwartung der Kundinnen und Kunden an ihren Energieversorger. Gefragt sind künftig nicht mehr nur einzelne Produkte wie PV-Anlage, Batteriespeicher, Wallbox oder Wärmepumpe, sondern integrierte und aufeinander abgestimmte Lösungen. Diese sollen Stromerzeugung, Speicherung, Wärmeversorgung, Elektromobilität und weitere flexible Verbräuche intelligent miteinander verbinden, automatisiert optimieren und für die Kundinnen und Kunden transparent sowie einfach bedienbar machen. 

Warum HEMS jetzt strategisch relevant wird

Ein HEMS verbindet Photovoltaik, Speicher, Wärmepumpe, Wallbox, Smart Meter und dynamische Tarife zu einem intelligenten Gesamtsystem. Für Energieversorger geht es dabei längst nicht mehr nur um eine technische Lösung. HEMS entwickelt sich zur zentralen Kundenschnittstelle der dezentralen Energiewelt. 

Gleichzeitig verändert sich die wirtschaftliche Kundenbindung fundamental: Aus einem Stromvertrag wird ein Energiesystem. Aus Kundenbindung wird Systembindung.

Genau deshalb sollten Stadtwerke HEMS nicht isoliert als weiteres Produkt betrachten. Es ist ein möglicher Einstiegspunkt in ein umfassendes Produktökosystem und damit auch ein Instrument zur Absicherung des bestehenden Stromvertriebs.
 

Direktvermarktung erhöht den Handlungsdruck

Denn die regulatorischen und technischen Rahmenbedingungen bewegen sich zunehmend in Richtung Marktintegration und Steuerbarkeit.  

Die Direktvermarktung kleiner Anlagen ist deshalb strategisch weit mehr als die Vermarktung einiger zusätzlicher Kilowattstunden. Sie kann zum Türöffner für die gesamte dezentrale Energiewelt werden.

Hier entsteht ein interessantes neues Marktsegment.

Ein Beispiel ist die mit dem sogenannten Solarspitzengesetz eingeführte Begrenzung der maximalen Wirkleistungseinspeisung auf 60 Prozent der installierten Leistung der Anlage.  

Hinzu kommt die stärkere Reaktion auf negative Börsenpreise. Für betroffene Anlagen reduziert sich der anzulegende Wert in Viertelstunden mit negativen Spotmarktpreisen grundsätzlich auf null. Für Anlagen unter 100 kW greifen dabei Übergangsregelungen bis zur Ausstattung mit einem intelligenten Messsystem. Der Förderzeitraum wird zum Ausgleich entsprechend verlängert.

Das Signal ist dennoch eindeutig: Erzeugung soll sich stärker danach richten, wann Strom im System tatsächlich einen Wert besitzt.

Und HEMS ist der Schlüssel, den Stromfluss so zu steuern, dass Sie und Ihre Kunden wirtschaftlich profitieren.

Das zeigt: HEMS sind nicht nur ein technisches Zusatzprodukt, sondern ein strategisches Portfolio-Element für Stadtwerke. Wer frühzeitig eine leistungsfähige HEMS-Lösung positioniert, kann regulatorische Anforderungen effizient erfüllen, neue Tarif- und Flexibilitätsmodelle ermöglichen und gleichzeitig die eigene Rolle als verlässlicher Partner in der Energiewende an der Kundenschnittstelle sichern.

HEMS als Schlüssel zum #Energiewendehelfer

Wer das HEMS besetzt, besetzt die Kundenschnittstelle

Darin liegt für Stadtwerke und EVU vermutlich die wichtigste strategische Konsequenz.

Ein Energieversorger, der lediglich Reststrom liefert, steht zukünftig in Konkurrenz zu einer Vielzahl bundesweiter Anbieter. Ein Energieversorger dagegen, dessen Plattform PV-Anlage, Speicher, Wallbox, Wärmepumpe und Stromtarif gemeinsam optimiert, besitzt eine wesentlich tiefere Integration in den Energiehaushalt des Kunden.

Für Sie als Energieversorger entsteht dadurch gleich aus mehreren Richtungen Handlungsdruck. Kundinnen und Kunden erwarten zunehmend integrierte Energielösungen. Regulatorische Anforderungen erfordern eine intelligente und kundenorientierte Steuerung von Erzeugung und Verbrauch. Gleichzeitig positionieren sich Plattformanbieter, Installationsunternehmen sowie weitere Marktteilnehmer an der digitalen Kundenschnittstelle. 


Wer heute keine strategische Position zum Thema HEMS entwickelt, läuft Gefahr, dass andere Marktteilnehmer die Kundenschnittstelle und damit auch zukünftige Cross-Selling-Potenziale übernehmen.

Typische Fragestellungen, die wir aktuell beobachten

In Gesprächen mit Stadtwerken und Energieversorgern begegnen uns derzeit immer wieder dieselben Fragen: 

  • Ist ein eigenes HEMS-Angebot für uns strategisch sinnvoll?  
  • Make or Buy?  
  • Welche Anforderungen muss ein HEMS erfüllen?  
  • Welche Anbieter kommen für uns infrage?  
  • Wie passt ein HEMS zu unserer IT-, Rollout- und Produktstrategie?  
  • Wie lassen sich regulatorische Anforderungen sinnvoll berücksichtigen?  

Wie BET Sie unterstützt

Die Entscheidung für ein HEMS betrifft weit mehr als die Auswahl einer technischen Lösung. Sie hat Auswirkungen auf Produktstrategie, Prozesse, IT und die zukünftige Rolle des Energieversorgers an der Kundenschnittstelle.

Wir begleiten Energieversorger und Stadtwerke entlang des gesamten Entscheidungsprozesses. 

 

1. Strategisches Zielbild entwickeln

Gemeinsam analysieren wir Rahmenbedingungen wie Produktportfolio, Zielkunden, Organisation, IT-Landschaft und die Schnittstelle zum regionalen Verteilnetzbetreiber hinsichtlich Mess- und Steuertechnik. Daraus entwickeln wir ein Zielbild für die Rolle des HEMS im Unternehmen. 

2. Anforderungen definieren

Aus dem Zielbild leiten wir die fachlichen und technischen Anforderungen an das zukünftige HEMS ab. 

Dabei betrachten wir unter anderem 

  • Architektur (lokal oder cloudbasiert)
  • Schnittstellen zu PV, Speicher, Wärmepumpe und Wallbox
  • Integration an der Kundenschnittstelle und in interne Systeme 
  • Steuerungs- und Optimierungsfunktionen
  • regulatorische Anforderungen (insbesondere § 14a EnWG, § 9 EEG)  

3. Den passenden Anbieter auswählen

Der Markt für HEMS entwickelt sich dynamisch. Wir unterstützen bei der strukturierten Marktanalyse und bewerten Anbieter hinsichtlich Funktionsumfang, Integrationsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit. 

4. Integration des HEMS ins Produktportfolio

Um das HEMS schnell und effizient in das bestehende Portfolio und die IT-Architektur zu integrieren, erarbeiten wir gemeinsam eine Roadmap mit konkreten Maßnahmen zur Umsetzung vom MVP bis zur ausgereiften Lösung. Optional unterstützen wir bei der Umsetzung ausgewählter Maßnahmen. 

Ergebnis: 

Ein klar definiertes strategisches Zielbild inklusive Make-or-Buy-Entscheidung. 

 

Ergebnis:

Ein priorisierter Anforderungskatalog als Grundlage für die Auswahl geeigneter Lösungen.

Ergebnis: 

Eine fundierte Entscheidungsvorlage inklusive Anbieterempfehlung und nächster Umsetzungsschritte.

Ergebnis: 

Ein schneller Produktstart als Weichenstellung für die langfristige Priorisierung als Energielösungsanbieter der Zukunft.  

Funktionsübersicht HEMS

Optimierung der Zielgrößen

Das HEMS reduziert Energiekosten und erhöht den Eigenverbrauch, indem es Stromverbrauch und -erzeugung intelligent aufeinander abstimmt.

Steuerung und Flexibilisierung

Es steuert Verbraucher und Erzeuger im Haushalt automatisch, um Energie möglichst effizient und flexibel einzusetzen.

Monitoring über Prosumer-Portal

Das System bietet dem Nutzer transparente Einblicke in Verbrauch, Erzeugung, Strompreise und Energieströme in Echtzeit.

Partizipation am Energiemarkt

Es ermöglicht Haushalten, durch marktbasierte Steuerung in Verbindung mit dynamischen Stromtarifen aktiv an Strombörsen oder Flexibilitätsmärkten teilzunehmen.


Sie möchten das Thema vertiefen?

Die regulatorischen, technologischen und marktseitigen Entwicklungen machen HEMS bereits heute zu einem strategischen Handlungsfeld für Energieversorger. Wer sich frühzeitig mit den eigenen Handlungsoptionen auseinandersetzt, schafft die Grundlage für fundierte Entscheidungen – von der Produktstrategie bis zur späteren Anbieterauswahl.

Ob als strategische Weichenstellung oder als konkretes Produktvorhaben – wir unterstützen Sie dabei, HEMS passgenau in Ihr Produktportfolio zu integrieren.

Wenn Sie bewerten möchten, welche Rolle ein HEMS in Ihrem Produktportfolio spielen kann oder vor einer konkreten Anbieterentscheidung stehen, freuen wir uns auf den Austausch mit Ihnen. 

Nehmen Sie direkt Kontakt zu uns auf. 

Kontakt Ihre Ansprechpartner

Anna Kohlmann
Anna Kohlmann
Leiterin Kompetenzteam Digitale Lösungen +49 241 47062-425 Jetzt kontaktieren
Luca Zeichner
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